
Realisierte Projekte
Uhu- & Schneeeulen-Grossvoliere
Speziallbau · Tierpark Bern · Dählhölzli · 2016
Ein Bauwerk, das sich der Natur anpasst.
Dürfen wir auch das neue Zuhause Ihrer Tiere gestalten?
Projekt anfragenMehr Platz für Uhu und Schneeeule
Mitten im Dählhölzliwald entstand eine schweizweit besondere, begehbare Grossvoliere für Uhu und Schneeeule. Ziel war es, grosszügige und naturnahe Lebensräume zu schaffen und die Anlage gleichzeitig möglichst selbstverständlich in den bestehenden Wald zu integrieren. Bestehende Bäume wurden bewusst Teil der Konstruktion. Zwei unterschiedliche Lebensräume, eine zurückhaltende Netzarchitektur und eine Besucherführung mitten durch die Anlage verbinden Tierwohl, Natur und anspruchsvollen Spezialbau. Die Grossvoliere wurde gemeinsam vom Tierparkverein Bern und der Rudolf Seelhofer Stiftung gebaut und vollständig finanziert. Benedict Seelhofer übernahm die Bauprojektleitung.

KENNZAHLEN
10 m Höhe 750 m² Grundfläche 1'900 m² Edelstahlgeflecht CHF 3 Mio. Projektvolumen

Die Natur als Teil der Konstruktion
Die Voliere wurde nicht einfach in den Wald gestellt – sie wurde um ihn herum entwickelt. Bestehende Bäume konnten erhalten werden und wachsen durch eigens vorgesehene Öffnungen im Deckennetz weiter. Das schwarze Edelstahlgeflecht wirkt trotz seiner Grösse beinahe transparent. Zusammen mit den dunklen Tragstützen tritt die Konstruktion optisch zurück und lässt den Wald zum eigentlichen Mittelpunkt der Anlage werden.
Zwei Arten. Zwei Lebensräume
Die Grossvoliere besteht aus zwei getrennten Bereichen, die gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Bewohner abgestimmt wurden. Der Uhu lebt in einer Wald- und Felslandschaft mit Bäumen, Felsformationen und verschiedenen Rückzugs- und Nistmöglichkeiten. Für die Schneeeule entstand dagegen eine offenere, kargere Landschaft mit Felsen und Bachlauf, angelehnt an ihren natürlichen Lebensraum.

Ein Lebensraum für die nächste Generation
Mit der Eröffnung der Voliere begann ihre eigentliche Aufgabe: Uhu und Schneeeule langfristig einen grosszügigen und naturnah gestalteten Lebensraum zu bieten. Dass in der Anlage später Nachwuchs aufwuchs, gehört deshalb zu den schönsten Entwicklungen nach Abschluss des Projekts. Ich würde hier nicht schreiben „wegen der neuen Voliere gab es Nachwuchs“. Das können wir nicht belegen. Dass Nachwuchs dokumentiert wurde, können wir dagegen sauber sagen. Auch Jakob dokumentiert beispielsweise vier Uhuküken im Jahr 2018.

Eine aussergewöhnliche Bauaufgabe
Am 21. Juli 2015 erfolgte der Spatenstich. Mitten im bestehenden Wald mussten Fundamente, Stahlstützen, Abspannseile und das grossflächige Edelstahlgeflecht präzise aufeinander abgestimmt werden. 42 Fundamente tragen die Konstruktion. Das rund sieben Tonnen schwere Netz umfasst etwa 1'900 m² und wurde an rund 25'000 Stellen von Hand mit den Trageseilen verbunden. Nach weniger als sieben Monaten Bauzeit konnte die neue Grossvoliere im Februar 2016 übergeben werden.

KENNZAHLEN / TECHNIK
42 Fundamente 7'000 kg Netzgeflecht 675'000 Geflechtknoten 25'000 Anbindestellen in Handarbeit
Mittendrin statt nur davor
Auch das Besuchererlebnis wurde von Beginn an mitgedacht. Ein Besuchertunnel führt durch die Anlage, Kameras ermöglichen Einblicke in die Nistbereiche und erhöhte Beobachtungspunkte eröffnen zusätzliche Perspektiven auf die Tiere. So verbindet die Voliere Lebensraum, Architektur und Wissensvermittlung in einer gemeinsamen Anlage.
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